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Es hat sich eigentlich alles gelohnt!
Im Frühjahr 1990 wurde TAEKWONDO in Bayern offiziell als Schulsport anerkannt. Vorausgegangen war am 31.03.1990 die Besichtigung durch den Schulsportverantwortlichen des Kultusministeriums am „Tag der offenen Tür“ des Münchner Mädchengymnasiums der „Armen Schulschwestern“.
Angefangen hatte alles ganz einfach. Beim Polizei-SV München trainierte eine Mutter zusammen mit ihrer Tochter Taekwondo. Die Mutter war im oben genannten Gymnasium, das ihre Tochter besuchte, Mitglied des Elternbeirates. Da von einigen Schülerinnen der Wunsch geäußert wurde, ebenfalls Taekwondo lernen zu wollen, vereinbarte der Elternbeirat mit der Schulleitung, dass Taekwondo als Arbeitsgruppe angeboten werden könne. Die Leitung übernahm Reiner Hofer, Abteilungsleiter und Übungsleiter des Polizei-SV. Die Schulleitung übernahm die Kosten für Materialien (Handpratzen und Sandsack) und der Elternbeirat finanzierte den Referenten.
Ein halbes Jahr später, beim jährlichen Tag der offenen Tür, stellte sich die Taekwondo-Arbeitsgruppe den Eltern vor. Perfekt war noch nichts, doch die Schülerinnen waren mit großem Eifer bei der Sache. Unter den Zuschauern weilte auch Ministerialrat Wutz vom Kultusministerium, der sich bereits über den Taekwondo-Sport informiert hatte. Nach mehreren Gesprächen erklärte er sich bereit, Taekwondo als Differenzierten Sportunterricht in Bayern zuzulassen. Das war das Signal an alle Schulen in Bayern, im Rahmen der Wahlpflichtfach-Angebote - ergänzend zum allgemeinen Schulsport, der ja erheblich reduziert wurde - Taekwondo zuzulassen.
In den nächsten Jahren wurde ein Fachlehrplan für den Taekwondo-Unterricht ausgearbeitet und im Amtsblatt veröffentlicht. In Kraft getreten ist er mit Beginn des Schuljahres 1995/96 und ist auch heute noch die Grundlage für den Taekwondo-Unterricht an Schulen in Bayern.
Diese Thematik „Taekwondo: Selbstverteidigung, Fairness, Selbstwertgefühl“ interessierte die Medien sehr stark, vor allem die Münchner Presselandschaft. Der Medienrummel nahm damals Ausmaße an, dass davon Abstand genommen werden musste, während des Unterrichts, Aufnahmen zu machen. Interviews wurden nun in Studios der Fernseh- und Radiosender gemacht. Obwohl die Medien sich immer wieder mit diesem Thema „Taekwondo als Schulsport“ beschäftigten, war die Reaktion den eigenen Reihen, also beim bayerischen und deutschen Taekwondo-Verband, gleich Null. Als Vizepräsident der BTU (1989-1993) gelang es Reiner Hofer nicht, den Funktionären klar zu machen, welch große Chance für den organisierten Taekwondo-Sport in diesem Phänomen „Taekwondo und Schulsport“ steckt.
Ein Vorreiter des Taekwondo im Schulsport war der in Bremen lebende Roland Klein, der die Sache in Bayern damals vorbildlich unterstützte. Schade, dass die meisten Landesministerien dem Taekwondo als Schulsport immer noch mit einer gewissen Skepsis gegenüberstehen.
Große Erfolge in Sachen Schulsport zeichneten sich dann recht bald im Raum Ingolstadt unter der Federführung von Susanne Mittenhuber und in Nürnberg durch Annette Maul ab. Dort wurde erkannt, dass in den Schulen nicht zu unterschätzende Potentiale für den Nachwuchs schlummern.

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