Kampfsport-Gala im Circus Krone

Mit einem Showprogramm der Extraklasse begeisterten Spitzensportler aus den Bereichen Taekwondo, Ringen, Kickboxen, Fechten und Kummooyeh die über 1.300 Zuschauer mit einem kurzweiligen Abendprogramm. Fast drei Stunden lang war der Münchner Circus-Krone-Bau fest in den Händen von Kampfsportlern aus fünf verschiedenen bayerischen Sportverbänden. Als begnadeter Moderator führte Stefan Günter, der Pressesprecher des Bayerischen Ringer-Verbandes, die Zuschauer mit kurzen Informationen durch den Abend. 

Bevor die Taekwondo-Gala pünktlich um 18:30 Uhr eröffnet wurde, traf sich ein Großteil der mehr als 130 Ehrengäste, die von BTU-Präsident Gerd Kohlhofer zu der Veranstaltung eingeladen wurden, im Circus Krone zu einer kleinen Feier. "Wir haben über zweihundert Einladungen an ehemalige Funktionäre, Spitzensportler sowie Freunde und Förderer unseres Verbandes geschickt. Dass so viele Eingeladene in den Circus Krone gekommen sind, war für mich eine freudige Überraschung."

Den feierlichen Rahmen nutzte Gerd Kohlhofer, um die für einen bayerischen Verein startende Helena Fromm nach ihrem Rücktritt vom aktiven Wettkampf offiziell zu verabschieden. In einer kurzen Laudatio ging Gerd Kohlhofer auch auf die Erfolge ein, die Helena im Laufe ihrer Karriere holte. Die größten Erfolge waren dabei sicherlich die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2012 sowie die beiden dritten Plätze bei der Weltmeisterschaft und die Silbermedaille bei der Jugend-Weltmeisterschaft.

Den jährlich vergebenen "Ehrenpreis des BTU-Präsidenten" übergab Gerd Kohlhofer an Landestrainer und Poomsae-Weltmeister Michael Bußmann, an den Ehrenpräsident Reiner Hofer und an Helena Fromm.

Kurz nach der Eröffnung der Kampfsport-Gala wurde Sümeyye Manz auf die Bühne gebeten. Dort wurde auch von der 16-fachen deutschen Meisterin aus Nürnbergerin der offizielle Rücktritt vom Wettkampfsport bekannt gegeben. Unvergessen sind bis heute ihre Teilnahmen bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012, ihre beiden WM-Bronzemedaillen und ihr Europameistertitel 2008 in Rom. 

Für die Kampfsport-Gala reisten fünf Studenten aus dem Demo-Team der koreanischen Yong-In-Universität nach München. Gemeinsam mit Taekwondo-Sportlern aus der Münchener U-Chong-Schule von Chang Jae-Hee begeisterten sie das Publikum den ganzen Abend über immer wieder mit unzähligen spektakulären Bruchtests in zum Teil schwindelerregenden Höhen.

Unter der Leitung von Lisa Rucker brachte eine 35-köpfige Kindergruppe des KSG 04 Fürth, alle zwischen drei und acht Jahre, die Zuschauern mit vielen Kicks, Bruchtests und einem Zweikampf mit Kampfweste mächtig in Stimmung.

Der bayerische Formenkader, darunter auch die amtierende Vizeeuropameisterin Desiree Neumann, unterhielten das Publikum mit perfekt vorgetragenen Formen und Freestyle-Elementen. Oliver Grimsehl, der den aktuellen Guinessbuch-Weltrekord für den eingesprungenen Kopfstoß hält, führte am Ende der Gala seinen mittlerweile schon legendären eingesprungenen Kopfstoß auf sieben Ytong-Platten vor.

Es gab auch einen Teamfight, zu dem ein fünfköpfiges Team aus Bayern gegen eine deutsche Auswahl antrat. Nach den einzelnen Kämpfen war die Begegnung noch recht ausgeglichen. Danach drehten die Bayern - dank der lautstarken Unterstützung der Zuschauer - mächtig auf und holten sich am Ende einen 80-zu-56-Punkte-Sieg.

Auch die Sportler aus den anderen Verbände beeindruckten das Publikum mit ihren herausragenden sportlichen Darbietungen. Die Ringer aus den Vereinen ASC Bindlach und ESV München-Ost demonstrierten und der Leitung von Landestrainer Matthias Formoff, wie abwechslungsreich, spektakulär und kräftezehrend Ringen sein kann.

Von den Kickboxern führte Dr. Daniel Gartner mit seinem Dreierteam ein kurzes Aufwärmprogramm und danach eine Kickbox-Aerobic-Choreografie vor. Recht aufschlussreich war der vorgeführte Pointfighting, bei dem der Kampf nach einem Treffer unterbrochen wird und die Wettkämpfer anschließend in die Ausgangsstellung zurück gehen. Eine Vollkontaktkampf und eine Teamform mit japanischen Waffen rundeten die tolle Vorführung ab.

Bei den Fechtern beantwortete Tobias Hell, Vorsitzender des Fechterrings Nürnberg, alle Fragen von Moderator Stefan Günter. Dabei wurde zum Beispiel der Unterschied zwischen Florett, Degen und Säbel erklärt. Auf der Bühne selbst standen sich der 12-Jährige Yan, amtierender deutscher Meister, und die 13-Jährige Leonie, Dritte bei der Deutschen Meisterschaft 2017, in voller Montur mit dem Säbel gegenüber und kreuzten mit einer beeindruckenden Schnelligkeit die Klinge. Eine tolle Vorführung - und damit auch eine optimale Werbung für diesen interessanten Sport.

Kummooyeh ist - zumindest in Deutschland - eine noch relativ unbekannte Sportart. Derzeit gibt es bundesweit nur fünf Vereine. Beim Kummooyeh wird der koreanische Schwertkampf und der Kampf mit dem Kurzbogen vereint. In den Reihen der Akteure des Kummooyeh stand auch Dr. Frank Düren, der Verbandsarzt der Deutschen und der Bayerischen Taekwondo Union. Während er die Fragen des Moderators beantwortete, wiesen Danträger aus ganz Deutschland das Publikum in die Geheimnissen des Kummooyeh ein. Neben dem Schwert kam auch der Kurzbogen zur Anwendung. Kummooyeh in Perfektion wurde dann mit eindrucksvollen Schwerttechniken von Großmeister Hyun Kyoo Jang vorgeführt.


Fotos von:
Julia Holzhammer und Peter Bolz