Bavaria Open 2018 in Nürnberg

Bei den Bavaria Open, einem von vier Turnieren der neuen „DTU Final 4 Serie“, gingen 361 Teilnehmer aus 62 Vereinen und fünf Nationen an den Start. Mit dem großen Teilnehmerfeld war BTU-Vizepräsident Georg Streif, der die Organisationsleitung in den Händen hielt, durchaus zufrieden. „Unser Ziel war und ist es, ein großes Turnier mit einer sehr guten Qualität anzubieten.“ 

Von der DTU wurde mit der „DTU-Final-4-Serie“ ein neues Turnierkonzept entworfen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualität von vier ausgesuchten deutschen Turnieren zu erhöhen. Durch diese Turnierserie soll in Deutschland eine „zweite Reihe“ an Leistungssportlern aufgebaut werden. Die Turnierserie wird von der DTU separat bepunktet. Die Ranglistenersten bei den Senioren, der Jugend und den Kadetten werden von der DTU besonders geehrt und darüber hinaus auch zu einem Bundeskaderlehrgang eingeladen.  

Für alle DTU-Final-4-Turniere wird von der DTU ein Technical Delegate ernannt, der während den Meisterschaften darauf achtet, dass die Turniere nach den Vorgaben der DTU durchgeführt und das Regelwerk eingehalten wird. Für die Bavaria Open wurde der hessische Präsident Constantin Zabbal zum Technical Delegate ernannt.

Die Bavaria Open wurden auch in diesem Jahr in der Sporthalle am Berliner Platz in Nürnberg ausgetragen. Als Ausrichter stellte sich wieder das Taekwondo Team Leon Nürnberg unter der Leitung von Murat Sönmez und Fatma Sönmez zur Verfügung. Aus der Sicht von BTU-Vizepräsident Georg Streif haben sich beide wieder als hervorragende Gastgeber bewiesen: „Murat und Fatma haben sich oft als Ausrichter zur Verfügung gestellt und können sich auf ihr großes Helferteam verlassen.“

Für die Wettkämpfe wurden in der Sporthalle vier Kampfflächen ausgelegt. Sozusagen als Premiere wurden für das Videoreplay an jeder Kampffläche zwei Kameras aufgestellt. Der Vorteil liegt auf der Hand - bei einem Protest kann sich das Kampfgericht den Kampfverlauf von verschiedenen Blickwinkeln anschauen und ist dadurch auch in der Lage, einige kniffelige Situationen schneller und präziser zu bewerten.

Die Wettkämpfe wurden mit den elektronischen Westen der Firma KP&P durchgeführt. Die Entscheidung für den Einsatz dieser Westen fand nicht die uneingeschränkte Zustimmung. Kritisiert wurde, dass bei den meisten Turniere die elektronischen Westen der Firma Daedo hergenommen werden. Wettkämpfer, die nur die Socken – die man für die Auslösung der Kontaktsignale braucht – hätten, müssten sich deshalb die KP&P-Socken kaufen. Ohne auf das Für und Wider einzugehen sei an dieser Stelle beispielhaft erwähnt, dass diese KP&P-Westen im September bei den Deutsche Meisterschaften benutzt werden.

Die angereisten Wettkämpfer, Trainer und Zuschauer wurden von BTU-Präsident Gerd Kohlhofer begrüßt. Darüber hinaus begrüßte er auch die vielen VIP-Gäste, die nach Nürnberg kamen. Einen besonderen Dank und Gruß richtete er an Edmund Schramm, dem Inhaber der Firma Schramm-Sport und Hauptsponsor der BTU.

DTU-Präsident Stefan Klawiter, der anschließend das Mikrophon übernahm, begrüßte zunächst alle Anwesenden und bat anschließend Georg Streif nach vorne. Dort überreichte er dem völlig überraschten bayerischen Vizepräsidenten und amtierenden Herren-Bundestrainer die Ehrenurkunde zum 6. Dan. In seiner Laudatio ging der DTU-Präsident darauf ein, dass sich Georg Streif seit fast vier Jahrzehnten unermüdlich für den Taekwondosport in Deutschland eingesetzt hat.

In seiner äußerst erfolgreichen Karriere als Wettkämpfer gewann Georg Streif bei der Weltmeisterschaft 1987 die Bronzemedaille und trat 1990 nach seinem Sieg bei der Europameisterschaft in Arhus seine Laufbahn als Wettkämpfer. Drei Jahre später übernahm der das Amt als Bundestrainer. Auch seine Erfolgsbilanz als Bundestrainer kann sich wahrlich sehen lassen – und ist in Deutschland bislang einmalig. Genau 114 Mal standen die von Bundestrainer Georg Streif betreuten Wettkämpferinnen und Wettkämpfer bei den ganz großen Turnieren auf dem Siegertreppchen. Zu den Prunkstücken aus dieser Titelsammlung gehört die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2000 (Faisal Ebnoutalib) sowie die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft 1995 (Aziz Acharki) und die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft 2017 (Alexander Bachmann).

Neben seinem Amt als Herren-Bundestrainer und BTU-Vizepräsident investiert Georg Streif sehr viel Zeit im Büro und nimmt an unzähligen Besprechungen und Meetings teil, um für den derzeit anstehenden Neubau des deutschen Taekwondo-Leistungszentrums in Nürnberg als fachmännischer Berater das Optimale herauszuholen. Wir gratulieren Georg Streif zur Verleihung des 6. Dans.

Mit dem für die Türkei startenden Olympiasieger Servet Tazegül sowie den vier deutschen Nationalkämpfern Alexander Bachmann, Tahir Gülec, Hasim Celik, dem BTU-Vizepräsident Finanzen, und dem ehemaligen Nationalkämpfer Michael Arndt waren gleich fünf Weltmeister anwesend. Als deutsche Olympiateilnehmer wurden darüber hinaus auch noch Sümeyye Manz, Rabia Bachmann, Reinhard Langer und Tahir Gülec vorgestellt.

Ehrungen gab es an diesem Tag aber auch, und zwar für alle bayerischen Wettkämpfer, die bei den im letzten Jahr ausgetragenen Welt- und Europameisterschaften eine Medaille gewinnen konnten. Daria Husovic und Vanessa Beckstein bekamen für ihre gewonnenen Medaillen bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Hammamet 2018 auch noch eine Geldprämie und einen schwarzen Gürtel mit einem BTU-Logo überreicht. Die Liste von allen Geehrten war erfreulich lang. Hier die Namen in alphabetischer Reihenfolge:

ARAYAN Nur (TSV 1865 Dachau), 1. Platz Kadetten-Europameisterschaft 2017
AYDIN Ela (TSV 1865 Dachau), 2. Platz U21-Europameisterschaft 2017
BACHMANN Rabia (TKD Özer Nürnberg) 3. Platz Europameisterschaft 2018
BECKSTEIN Vanessa (SV Nennslingen), 1. Platz Jugend-Europameisterschaft 2017 und 3. Platz Jugend-Weltmeisterschaft 2018
BUNTUSCH Evelyn (TG Allgäu), 3. Platz Kadetten-Europameisterschaft
GUERRA Shayna (TKD Özer Nürnberg), 2. Platz Jugend-Europameisterschaft 2017
HUSOVIC Darija (TSV 1865 Dachau), 3. Platz Jugend-Weltmeisterschaft 2018
NITSAS Spiridon (TSV 1865 Dachau), 3. Platz Jugend-Europameisterschaft 2017
REZAIE Roja (TKD Özer Nürnberg), 1. Platz Kadetten-Europameisterschaft 2017
TEPE Emre-Can (TKD Özer Nürnberg), 3. Platz Kadetten-Europameisterschaft 2017

Ein paar Tage vor der Jugend-Weltmeisterschaft 2018 in Hammamet konnte sich Vanessa Beckstein als einzige deutsche Wettkämpferin bei einem dafür ausgetragenen Qualifikationsturnier auch noch für die Teilnahme an den Olympischen Jugend-Spielen 2018 qualifizieren. Die Jugend-Olympiade wird vom 7. bis 11. Oktober 2018 in Buenos Aires/Argentinien ausgetragen.

Die Wettkampfleitung lag in den Händen von Abdullah Ünlübay, dem BTU-Kampfrichterreferent. Zusammen mit seinem bestens bewährten Helferteam sorgte er für einen reibungslosen Ablauf der Meisterschaft. Für das Turnier wurden von Abdullah Ünlübay fünf Kampfrichterteams aufgestellt. „Wir haben 53 Kampfrichter eingeladen, davon waren achtzig Prozent nicht aus Bayern.“ An beiden Wettkampftagen konnte der Zeitplan eingehalten werden.

In der Vereinswertung konnte sich Taekwondo Özer Nürnberg mit 117 Punkten an die Spitze setzen, gefolgt vom TSV 1865 Dachau (72 Punkte). Platz drei ging mit 43 Punkten und sechs Goldmedaillen an den KSC Leopard Nürnberg, der punktgleiche Landeskader Sachsen-Anhalt kam mit fünf Goldmedaillen auf den vierten Platz. Mit 32 Punkten kam der Landeskader aus Sachsen auf den respektablen fünften Platz.


Text:   Peter Bolz
Fotos:  Alfred Castano